Warum die SoliOli-Kampagne unterstützen?

Die Krise ist längst nicht vorüber, sondern verschlimmert sich
Seit der Unterzeichnung des aufgezwungenen dritten „Memorandums“ im Sommer 2015 hat das mediale und politische Interesse in Deutschland an den Entwicklungen und Auseinandersetzungen in Griechenland deutlich nach- gelassen. Dabei ist die Krise in Griechenland keineswegs vorüber, sondern setzt sich als humanitäre Katastrophe fort. Vor allem weil die Troika und die deutsche Regierung auf weitere Einsparungen und sozialstaatliche Einschnitte drängen. Aktuell betrifft das die Privatisierung von Wasser- und Gasbetrieben, ohne die ein neuer Kredit verweigert würde. Hinzu kommt: Die Lage tausender Flüchtlinge in Griechenland wird aufgrund der Grenzschließungen in Europa und der Drohung, in die Türkei oder ihre Herkunfts- länder abgeschoben zu werden, vielerorts immer drama- tischer. An Orten wie Idomeni und Lesbos offenbart sich die repressive und menschenverachtende Politik der nord- europäischen Länder; im Gegensatz dazu steht die zum Teil großartige Hilfsbereitschaft der lokalen Bevölkerung.

Selbstorganisation vorantreiben – Kooperationsnetzwerke in Europa knüpfen
Auf wachsende Versorgungsprobleme und Erwerbslosigkeit in Griechenland haben dort viele Menschen in den letzten Jahren mit der Gründung von Selbsthilfeinitiativen, Kooperativen und Produktionsgenossenschaften reagiert. Bekannt geworden ist neben den solidarischen Gesundheitskliniken u.a. die sogenannte Kartoffelbewegung: Landwirtschaftliche Projekte verkaufen ihre Lebensmittel ohne Zwischenhändler direkt an die VerbraucherInnen, was beiden Seiten nutzt. Wir sehen diese und ähnliche Prozesse der gegenseitigen Hilfe und Selbstermächtigung als entscheidend für gesellschaftliche Veränderungen an, von denen wir lernen können. Mit der Vernetzung und Unterstützung solcher Initiativen kann ein kleines, doch wichtiges Zeichen gesetzt werden gegen die vorherrschende Politik der EU, die dazu tendiert, die Menschen „von oben“ gegeneinander auszuspielen und zu spalten.

Ansätze solidarischer Ökonomie fördern
Wir vermitteln im Rahmen der SoliOli-Kampagne hochwertige Lebensmittel zu guten Preisen sowohl für die ProduzentInnen als auch VerbraucherInnen. Der Direktimport und Kauf von Oliven(öl) kleiner griechischer Erzeugergemeinschaften ist ein Schritt und praktischer Anknüpfungspunkt, mit dem wir solidarische Formen des Arbeitens und Wirtschaftens konkret stärken können.
In begleitenden Veranstaltungen wollen wir diskutieren, wie wir diese kleinen Schritte zusammen ausbauen können.
Wie kann solidarisches Wirtschaften im Sinne von Kollektivität, Selbstverwaltung, Umweltbewusstsein,  Gemeinwohlorientierung und fairem Handel nicht nur in der Theorie, sondern auch in der Praxis an Bedeutung gewinnen?